Thứ Sáu, 28 tháng 11, 2025

Frauen im Medizinstudium und Revolution - Frauenrolle. Vorbereitung B2 Telc Deutsch

 Frauen im Medizinstudium und Revolution - Frauenrolle. Vorbereitung B2 Telc Deutsch

 Zusammenfassung

Fünf Texte über Frauenrollen in verschiedenen Kontexten: Medizin, Politik, Wahlverhalten, Bildung und Frauenbewegung. Die Aufgabe besteht darin, den passenden Titel zu jedem Text zu finden.

Lesen Sie zuerst die zehn Überschriften. Lesen Sie dann die fünf Texte und entscheiden Sie, welche Überschrift (a–j) am besten zu welchem Text (1–5) passt.

a) Anteil von Frauen im Medizinstudium heute 

b) Französische Revolution und Frauenrolle 

c) Wegbereiterin der akademischen Frauenbildung 

d) Historische Entwicklung des Frauenwahlrechts 

e) Frauen erzielen bessere Studienleistungen

f) Unterschiede im Wahlverhalten zwischen den Geschlechtern 

g) Studentinnen überholen männliche Kommilitonen 

h) Prognosen für den Wahlerfolg einer Politikerin 

i) Ikonen des Kampfes um das Frauenwahlrecht 

j) Wiederaufleben von Demonstrationen für freie Wahlen

Text 1

Im Russland des 19. Jahrhunderts hatten Frauen kaum Zugang zu höherer Bildung. In dieser Zeit wuchs Anna Mironowa, Tochter eines Landarztes, in einem kleinen Dorf nahe Kasan auf. Schon früh zeigte sie außergewöhnliche schulische Leistungen. Mit 16 Jahren bestand sie die Prüfung als Hauslehrerin – damals der höchste Bildungsabschluss für Frauen im Land. Doch Anna träumte davon, Ärztin zu werden. Da ihr in Russland dieser Weg versperrt blieb, reiste sie 1865 in die Schweiz. An der Universität Zürich war sie eine der ersten Frauen, die sich offiziell einschreiben durften. Bereits zwei Jahre später legte sie erfolgreich das medizinische Staatsexamen ab – als erste Russin mit diesem Titel. Nach ihrer Rückkehr eröffnete sie in St. Petersburg eine Praxis für Frauen- und Kinderheilkunde und setzte sich gleichzeitig für die Gründung von medizinischen Kursen für Frauen ein. Ihre Worte „Ich bin die Erste, aber nicht die Letzte“ wurden zum Leitsatz für kommende Generationen.


Text 2

Das Frauenwahlrecht ist heute in fast allen Ländern selbstverständlich – doch bis dahin war es ein weiter Weg. In Europa gilt die Französin Jeanne Delacroix als eine der frühen Stimmen für dieses Recht. Bereits 1791 verfasste sie eine Petition an die Nationalversammlung, in der sie gleiche politische Rechte für Frauen forderte. Diese Ideen stießen damals auf heftigen Widerstand. Dennoch legten Aktivistinnen in vielen Ländern den Grundstein für spätere Reformen. 1838 erhielten Frauen in der britischen Kolonie Pitcairn erstmals das Wahlrecht, später folgten Neuseeland (1893) und Finnland (1906). In Frankreich wurde es erst 1944 eingeführt. In der Schweiz dauerte es besonders lange: Erst 1971 durften Frauen hier auf nationaler Ebene wählen – nach einer Volksabstimmung, bei der ausschließlich Männer stimmberechtigt waren. In vielen Regionen war der Weg zum Frauenwahlrecht von jahrzehntelangen Debatten, Demonstrationen und politischem Widerstand geprägt.


Text 3

Das Wahlverhalten von Frauen hat sich in den letzten 70 Jahren stark verändert. In den 1950er-Jahren stimmten verheiratete Frauen oft wie ihre Ehemänner, meist für konservative Parteien. Heute wählen Frauen vielfältiger und weniger vorhersehbar. Studien aus mehreren europäischen Ländern zeigen: Frauen bevorzugen eher Parteien, die soziale Gleichberechtigung, Familienförderung und Umweltpolitik betonen. Radikale Positionen, besonders solche, die mit einem Abbau von Rechten verbunden sind, finden unter weiblichen Wählern weniger Zuspruch. Gleichzeitig gibt es einen Trend, dass Frauen häufiger weibliche Kandidatinnen unterstützen. In Deutschland stimmten bei der letzten Bundestagswahl 62 % der Frauen unter 30 für Parteien mit einem hohen Frauenanteil in den Listenplätzen. Experten vermuten, dass Themen wie Bildung, Gesundheitsversorgung und Klimaschutz für viele Wählerinnen entscheidender sind als für männliche Wählergruppen.


Text 4

Noch vor wenigen Jahrzehnten war ein Hochschulabschluss für Frauen seltener als für Männer. Heute hat sich das Bild deutlich gewandelt: In fast allen europäischen Ländern sind Studentinnen in der Mehrheit. In Deutschland liegt ihr Anteil unter den Studienanfängern bei über 50 %, in Fächern wie Psychologie oder Lehramt sogar bei über 70 %. Auffällig ist, dass Frauen ihr Studium häufiger erfolgreich beenden: Während bei Männern die Abbruchquote je nach Fach bei 25–40 % liegt, beträgt sie bei Frauen durchschnittlich nur 15–20 %. Besonders groß ist der Unterschied in Studiengängen mit hohem Praxisanteil wie Pflegewissenschaften oder Sozialpädagogik. Experten führen diesen Erfolg unter anderem auf eine stärkere Selbstorganisation und ein höheres Maß an Lernmotivation zurück. Auch in traditionell männlich dominierten Fächern wie Maschinenbau steigt der Frauenanteil kontinuierlich.


Text 5

Der Begriff „Suffragetten“ entstand Anfang des 20. Jahrhunderts für die britischen Frauenrechtlerinnen, die energisch für das allgemeine Wahlrecht kämpften. Unter ihnen war Clara Whitmore eine der bekanntesten Persönlichkeiten. Sie begann mit friedlichen Protesten, organisierte Petitionen und öffentliche Kundgebungen. Als die Regierung diese ignorierte, griff sie – wie viele Mitstreiterinnen – zu drastischeren Mitteln wie Hungerstreiks, Fensterzerstörungen und Brandanschlägen auf leerstehende Gebäude. Whitmore wurde mehrfach inhaftiert und misshandelt. Erst nach dem Ersten Weltkrieg, 1918, erhielten britische Frauen ab 30 Jahren das Wahlrecht; ab 1928 galt es für alle über 21. Whitmore selbst erlebte diesen Moment nur wenige Monate, da sie kurz darauf verstarb. Ihr Einsatz machte sie jedoch zu einer Ikone der Frauenbewegung, deren Name bis heute in britischen Geschichtsbüchern steht.

Thứ Năm, 27 tháng 11, 2025

Aloe Vera und Diäten. Vorbereitung B2 Telc Deutsch

 Aloe Vera und Diäten. Vorbereitung B2 Telc Deutsch

 Zusammenfassung

Aloe Vera wird seit Jahrhunderten als Heilmittel genutzt und ist heute in der Naturmedizin vielseitig eingesetzt. Eine neue Ernährungslehre setzt auf “Fettverbrenner”-Lebensmittel zur Stoffwechselanregung. Spargel ist ein beliebtes, kalorienarmes Gemüse, ideal für Figurbewusste.

Lesen Sie zuerst die zehn Überschriften. Lesen Sie dann die fünf Texte und entscheiden Sie, welche Überschrift (a–j) am besten zu welchem Text (1–5) passt.

a) Das nahrhafte Gemüse aus alter Zeit b) Kalorienarm und trotzdem beliebt 

c) Aloe Vera - Heilpflanze mit vielfältiger Wirkung 

d) Ernährungstrends gegen Zivilisationskrankheiten 

e) Falsche Diäten mit gefährlichen Folgen 

f) Traditionelle Rezepte aus aller Welt g) Genussvoll abnehmen mit frischen Lebensmitteln 

h) Aus der Natur: Schönheitsmittel für gesunde Haut 

i) Von der Feldpflanze zum globalen Grundnahrungsmittel 

j) WHO erforscht Strategien zur Krankheitsprävention

Text 1

Aloe Vera ist seit Jahrhunderten in vielen Kulturen bekannt – ursprünglich als Heilmittel in heißen, trockenen Regionen Afrikas und Asiens. Die fleischigen Blätter speichern große Mengen Wasser und enthalten ein durchsichtiges Gel, das reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen ist. Heute wird Aloe Vera in der modernen Naturmedizin vielseitig eingesetzt: als Basis für Hautpflegeprodukte, bei Sonnenbrand, kleinen Wunden und Insektenstichen, aber auch in der Ernährung. Studien zeigen, dass Aloe-Gel entzündungshemmend wirken und die Verdauung fördern kann. Viele Hersteller achten mittlerweile darauf, Aloe Vera ohne chemische Zusätze zu verarbeiten, um ihre natürlichen Eigenschaften zu erhalten. Ob in Saftform, als Kapsel oder in einer Creme – die Pflanze gilt heute weltweit als Symbol für natürliche Gesundheitspflege.


Text 2

In der Ernährungswissenschaft wird seit einiger Zeit eine interessante Theorie diskutiert: Der Körper speichert nicht nur Fett, sondern kann es unter bestimmten Bedingungen auch gezielt verbrennen – unterstützt durch spezielle „Fettverbrenner“-Lebensmittel. Dazu zählen frisches Gemüse, eiweißreiche Lebensmittel wie Fisch und Geflügel, aber auch bestimmte Gewürze und Tees. Das Ziel ist, den Stoffwechsel anzuregen, ohne auf eine strenge Diät zu setzen. Viele Menschen, die diesem Konzept folgen, berichten von langfristigen Erfolgen beim Abnehmen und besserem Wohlbefinden. Fachleute betonen jedoch, dass Bewegung und ausreichender Schlaf ebenso entscheidend sind. Dieser Ansatz richtet sich besonders an Menschen, die gesunde Ernährung mit Genuss verbinden möchten, anstatt sich von Verzicht und Kalorienzählen einschränken zu lassen.


Text 3

Spargel zählt zu den ältesten bekannten Gemüsesorten der Welt – schon in der Antike wurde er in Ägypten und China geschätzt. Früher galt er als Stärkungsmittel für Herz und Kreislauf, heute wird er vor allem wegen seines feinen Geschmacks und seiner geringen Kalorienzahl geliebt. In Deutschland hat der Spargelanbau eine lange Tradition, besonders im Südwesten des Landes. Zwischen April und Ende Juni füllen frische Stangenmärkte und Restaurants. Grüner Spargel, der oberirdisch wächst, enthält mehr Vitamine, während weißer Spargel milder schmeckt. Für Menschen, die auf ihre Figur achten, ist Spargel ideal: Er macht satt, liefert wichtige Mineralstoffe und trägt nicht zur Gewichtszunahme bei – kein Wunder also, dass er in der leichten Küche so beliebt ist.


Text 4

Jedes Jahr erscheinen neue Diäten, die schnelle Erfolge versprechen – doch viele davon schaden mehr, als sie nutzen. Strenger Verzicht, einseitige Ernährung oder der Ausschluss ganzer Lebensmittelgruppen führen oft zu Mangelerscheinungen und psychischem Stress. Ernährungsmediziner warnen: Wer langfristig abnehmen möchte, sollte nicht nur auf die Kalorienzahl achten, sondern auf Ausgewogenheit und Vielfalt setzen. Radikale Diäten können den Stoffwechsel verlangsamen, Muskeln abbauen und sogar zu Essstörungen führen. Besonders riskant ist der sogenannte Jo-Jo-Effekt: Nach der Diät nimmt man oft schneller zu als vorher. Ein nachhaltiger Weg ist es, Ernährung schrittweise umzustellen und sich regelmäßig zu bewegen, anstatt kurzfristige Extremprogramme zu starten.


Text 5

Die Kartoffel, heute aus keiner Küche wegzudenken, stammt ursprünglich aus den Hochländern Südamerikas. Vor mehreren Jahrhunderten brachten spanische und britische Seefahrer sie nach Europa, wo sie sich schnell verbreitete. Anfangs war die Knolle nur in ländlichen Regionen bekannt, doch bald wurde sie zu einem Grundnahrungsmittel für Millionen Menschen. Heute wird die Kartoffel in über 80 Ländern angebaut, in mehr als 200 Sorten – von gelblich bis violett. Sie ist vielseitig: gekocht, gebacken, püriert oder frittiert. Trotz moderner Alternativen bleibt sie ein fester Bestandteil traditioneller Gerichte weltweit. Die Reise der Kartoffel vom Feld zur globalen Küche ist ein Beispiel dafür, wie ein lokales Lebensmittel weltweite Bedeutung erlangen kann.

Thứ Tư, 26 tháng 11, 2025

Die Aloe-Vera-Pflanze und Die Kartoffel. Vorbereitung B2 Telc Deutsch

 Die Aloe-Vera-Pflanze und Die Kartoffel. Vorbereitung B2 Telc Deutsch

 Zusammenfassung

Fünf Texte über Gesundheit und Ernährung werden mit Überschriften zugeordnet. Die Texte behandeln Themen wie gesunde Lebensweise, Aloe Vera, Spargel, Diäten und Kartoffeln. Die Aufgabe besteht darin, die passende Überschrift zu jedem Text zu finden.​

Lesen Sie zuerst die zehn Überschriften. Lesen Sie dann die fünf Texte und entscheiden Sie, welche Überschrift (a–j) am besten zu welchem Text (1–5) passt.

a) Das perfekte Gemüse für Menschen mit körperlich anstrengender Arbeit 

b) Ein kalorienarmes Gemüse für figurbewusste Personen

 c) Eine gesunde Ernährungsweise mit Aloe Vera 

d) Ein gesunder Lebensstil verringert das Risiko für Zivilisationskrankheiten

 e) Gesundheitsgefahren durch eine fettreiche Ernährung

 f) Kartoffelrezepte als Beilage in der Zeitung 

g) Pflanzliche Hautpflege mit nachhaltiger Wirkung 

h) Durch ausgewogene Ernährung schlank bleiben

 i) Vom Wildgewächs zum weltweit geschätzten Lebensmittel 

j) WHO untersucht den Zusammenhang zwischen Krebs und Herzkrankheiten

Text 1

In den vergangenen Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in über 30 Ländern umfassende Studien in Auftrag gegeben, um zu ermitteln, weshalb manche Menschen seltener an chronischen Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Krebs leiden. Die Resultate sind klar: Ein ausgewogener Lebensstil mit täglicher körperlicher Aktivität, nährstoffreicher Kost und regelmäßigen Erholungsphasen kann das Risiko erheblich verringern. Bereits der tägliche Verzehr einer Portion Beeren oder einer Handvoll Nüsse in Verbindung mit einer halben Stunde Radfahren zeigt messbare Verbesserungen bei Blutdruck und Blutfettwerten. Fachleute raten außerdem dazu, den Zuckerkonsum zu begrenzen und gesunde Fette – etwa aus Olivenöl – fest in den Speiseplan zu integrieren. Grüner Tee, der viele Antioxidantien enthält, hilft zusätzlich, schädliche Veränderungen an den Zellen zu vermeiden. Wer diese einfachen Schritte konsequent befolgt, kann nicht nur gesünder altern, sondern in vielen Fällen auch die Lebensqualität über viele Jahre hinweg bewahren. 


Text 2

Die Aloe-Vera-Pflanze, die in warmen tropischen und subtropischen Klimazonen wie im Mittelmeerraum, in Mittelamerika sowie in Teilen Afrikas und Asiens wächst, wird seit über 2.000 Jahren in verschiedenen Kulturen als natürliches Heilmittel für Haut und allgemeines Wohlbefinden geschätzt. Ihre dicken, saftreichen Blätter speichern Wasser und schützen die Pflanze so vor starker Sonneneinstrahlung und Austrocknung – Eigenschaften, die sie auch für die Hautpflege besonders wertvoll machen. Das klare Gel im Inneren der Blätter enthält mehr als 200 bioaktive Stoffe, darunter Mineralien wie Calcium und Magnesium, Enzyme, Aminosäuren sowie Vitamine A, C und E. In der modernen Naturkosmetik dient Aloe Vera zur Beruhigung gereizter Haut, bei Sonnenbrand, Insektenstichen und kleinen Schnittverletzungen. Sie spendet langanhaltend Feuchtigkeit, wirkt angenehm kühlend und fördert die Erneuerung der Hautzellen. Hersteller hochwertiger Kosmetikprodukte kombinieren Aloe Vera heute häufig mit Kamille, Ringelblume oder Grüntee-Extrakt, um die pflegende und entzündungshemmende Wirkung zu verstärken. Ihre wachsende Popularität beruht nicht zuletzt darauf, dass sie eine schonende und hautfreundliche Alternative zu synthetischen Inhaltsstoffen darstellt. 


Text 3

Spargel zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wurde bereits vor mehreren tausend Jahren in Asien kultiviert. Schon in der Antike galt er nicht nur als besondere Delikatesse, sondern auch als wertvolles Heilmittel, das vor allem Herz und Kreislauf stärken sollte. Heute schätzen viele Menschen seinen feinen, milden Geschmack sowie die Tatsache, dass Spargel extrem kalorienarm ist. Mit nur etwa 20 Kalorien pro 100 Gramm und einem hohen Wasseranteil von rund 93 Prozent ist er besonders bei figurbewussten Genießerinnen und Genießern beliebt. In früheren Zeiten wurde er von der arbeitenden Bevölkerung weniger geschätzt, da er nur wenig Energie spendete und als „Luxusgemüse“ galt. In Deutschland beginnt die offizielle Spargelsaison im Frühjahr, meist Mitte April, und endet traditionell am Johannistag, dem 24. Juni. Neben dem klassischen weißen Spargel erfreut sich auch der grüne Spargel wachsender Beliebtheit – er hat einen kräftigeren Geschmack, enthält mehr Vitamin C und wird in Ländern wie Italien oder den USA sogar häufiger gegessen als die weiße Variante. 


Text 4

Immer neue Diättrends versprechen schnellen Gewichtsverlust – doch viele Betroffene erleben nach kurzer Zeit den sogenannten Jo-Jo-Effekt und nehmen wieder zu. Fachleute für Ernährung betonen, dass einseitige Essgewohnheiten und permanenter Verzicht langfristig sowohl die körperliche Gesundheit als auch das seelische Wohlbefinden beeinträchtigen können. Wer Fett vollständig meidet oder seine Ernährung auf nur wenige Lebensmittel beschränkt, läuft Gefahr, an einem Mangel wichtiger Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu leiden, was auch den Stoffwechsel negativ beeinflussen kann. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass vor allem die Qualität und Frische der Lebensmittel entscheidend ist. Eine Ernährung mit viel frischem Gemüse, Obst, Fisch, magerem Fleisch, Hülsenfrüchten und hochwertigen pflanzlichen Ölen wie Oliven- oder Rapsöl unterstützt den Körper dabei, Fettdepots zu verringern und gleichzeitig leistungsfähig zu bleiben. Regelmäßige Bewegung – mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche, wie von der WHO empfohlen – sowie ein konstanter Essrhythmus verstärken diesen positiven Effekt. Die sogenannte „Fettverbrennungstheorie“ geht davon aus, dass bestimmte Nahrungsmittel wie Chili oder grüner Tee den Stoffwechsel zusätzlich anregen – doch unabhängig davon, ob diese Annahme wissenschaftlich belegt ist, bleibt eine ausgewogene Ernährung der wichtigste Faktor für nachhaltigen Erfolg.


Text 5 

Die Kartoffel, die heute in vielen Regionen der Welt zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln zählt, hat ihren Ursprung in den Hochlagen der Anden in Südamerika. Dort wurde sie bereits vor mehr als 7.000 Jahren von den indigenen Völkern wie den Inka kultiviert und als zentrale Nahrungsquelle genutzt. Spanische Entdecker brachten die Knolle im 16. Jahrhundert nach Europa, wo sie zunächst als exotische Kuriosität in botanischen Gärten angebaut wurde. Erst im 18. Jahrhundert setzte sich der großflächige Anbau durch – unter anderem auf Empfehlung von Aufklärern wie Antoine-Augustin Parmentier in Frankreich –, um wiederkehrende Hungersnöte zu lindern. Heute existieren weltweit über 4.000 registrierte Sorten, von kleinen festkochenden Varianten bis zu großen mehligkochenden Typen, die sich besonders für Püree eignen. In der Küche zeigt sich die Kartoffel als echtes Multitalent: Sie kann als Beilage, Hauptgericht oder sogar als Basis für Süßspeisen verwendet werden. Ob Bratkartoffeln, Kartoffelgratin, Knödel, Reibekuchen oder Pommes frites – kaum ein anderes Lebensmittel ist so vielseitig, nahrhaft und zugleich beliebt.

Rote Schnarrschrecke. Vorbereitung mit B2 Telc Deutsch

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Rote Schnarrschrecke. Vorbereitung mit B2 Telc Deutsch. 

Lesen Sie zuerst die zehn Überschriften. Lesen Sie dann die fünf Texte und entscheiden Sie, welche Überschrift (a–j) am besten zu welchem Text (1–5) passt.

a) In Frankreich wurde eine neue Heuschreckenart gefunden.

 b) Kleine Schädlinge können Krankheiten übertragen. 

c) Landwirte sind gezwungen, Gift gegen schädliche Insekten zu verwenden. 

d) Neue Präparate gegen Mücken. 

e) Neue Studie: Selbstwahrnehmung ist nicht nur bei Affen und Delfinen vorhanden. 

f) Studie gescheitert aufgrund von Problemen beim Versuchsaufbau. 

g) Der Rhein ist nach dem Chemieunfall noch immer biologisch tot. 

h) Rückblick: Massensterben von Fischen im Rhein.

 i) Die Zukunft der Nordsee sieht düster aus. ↑ 

J) WWF zieht ein positives Fazit für die Nordsee.

Text 1

Die anhaltende extreme Hitze im Süden Frankreichs hat eine Insektenplage von bislang unbekanntem Ausmaß hervorgerufen. Es handelt sich um riesige Schwärme von Roten Schnarrschrecken, die zwischen zwei und dreieinhalb Zentimetern groß werden. Diese dunkel gefärbten Heuschrecken fressen Felder und Wiesen vollständig kahl und haben innerhalb von nur sechs Wochen weite Teile der Landschaft in eine öde Steppe verwandelt. Viele Landwirte in der Region sind inzwischen verzweifelt, denn große Teile ihrer Ernte sind vollständig vernichtet. Wer über ein befallenes Feld läuft, sieht bei jedem Schritt Hunderte von Tieren aufspringen.

Der Name dieser heimischen Heuschreckenart ist leicht erklärt: Beim Springen erzeugen sie ein auffälliges, schnarrendes Geräusch und zeigen dabei ihre roten Hinterflügel – daher die Bezeichnung „Rote Schnarrschrecke“. Fachleute vermuten, dass die Plage in direktem Zusammenhang mit den Folgen des Klimawandels steht. Durch die fortschreitende Erwärmung nehme Südeuropa immer mehr Züge nordafrikanischer Klimazonen an. Laut der Europäischen Umweltagentur haben sich die durchschnittlichen Sommertemperaturen in Südfrankreich seit 1960 bereits um rund 2 °C erhöht, und die Zahl der Hitzetage über 35 °C hat sich in den letzten 30 Jahren fast verdoppelt.

Gleichzeitig weisen Wissenschaftler darauf hin, dass Temperaturwechsel auf der Erde ein historisches Muster haben: Immer wieder gab es Warm- und Kaltzeiten, die auch die Verbreitung von Tierarten beeinflussten. Während der Erdgeschichte lag Europa zeitweise deutlich näher am Äquator.

Der Einsatz von Insektiziden gegen die Heuschrecken gilt als heikel. Verwendet werden dürfen nur Präparate, die gezielt diese Art bekämpfen, ohne Bienen, andere nützliche Insekten oder das Vieh der Bauern zu gefährden. Eine gute Nachricht gibt es immerhin: Für Menschen und Haustiere stellen die Roten Schnarrschrecken keinerlei Gefahr dar.

Text 2

Untrennbar wird eine der schwersten Umweltkatastrophen Europas mit dem Namen des damaligen Basler Chemiekonzerns Sandoz verbunden bleiben, der heute Teil des Unternehmens Novartis ist. Im Jahr 1986 löste ein Großbrand in einem Lagerhaus des Konzerns die Verseuchung des Rheins mit etwa 20 Tonnen hochgiftiger Pestizide und Insektizide aus. In der Folge kam es auf einer Strecke von rund 450 Kilometern zu einem massiven Fischsterben, das vor allem die Aalbestände nahezu vollständig vernichtete. Auch die Trinkwasserversorgung aus dem Rhein musste zeitweise eingestellt werden.

Der enorme öffentliche Druck nach dieser Katastrophe führte zu tiefgreifenden Maßnahmen im Bereich des Gewässerschutzes. So wurden im Rahmen des „Aktionsprogramms Rhein“ mehr als 60 Milliarden Euro in die Modernisierung und den Bau neuer Kläranlagen entlang des Flusses investiert. Dadurch konnten zahlreiche Schwermetalle wie Kupfer, Cadmium, Blei und Quecksilber deutlich reduziert oder sogar nahezu eliminiert werden. Nach Angaben der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) weist der Fluss heute wieder eine „gute Wasserqualität“ auf. Ein sichtbares Zeichen des Erfolges ist die Rückkehr von 63 Fischarten, darunter auch der Lachs, der in den 1990er Jahren als nahezu ausgestorben galt. Laut IKSR wurden allein 2022 über 1.500 Lachse auf ihrem Rückweg in die Laichgebiete nachgewiesen.

Dennoch bleiben große Herausforderungen bestehen. Belastungen durch Zink, Kupfer, Cadmium sowie Rückstände von Pestiziden und Stickstoff gelten weiterhin als problematisch. Erst kürzlich warnte das Verbraucherschutzministerium in Nordrhein-Westfalen erneut vor dem Verzehr von Fischen aus dem Rhein unterhalb von Duisburg. Grund dafür waren Tensid-Einleitungen aus den Nebenflüssen Möhne und Ruhr, die die Schadstoffbelastung erhöht hatten.

Text 3

Der Klimawandel in Kombination mit der zunehmenden Globalisierung führt dazu, dass auch in Deutschland Tierarten heimisch werden, die hier zuvor nicht vorkamen. Zu diesen neuen Bewohnern gehören insbesondere exotische Stechmücken, etwa die Japanische Buschmücke. Mit ihrem Auftreten steigt auch das Risiko, dass bislang unbekannte Infektionserreger nach Deutschland gelangen, die potenziell neue Krankheiten beim Menschen hervorrufen können. Eine Forschergruppe konnte inzwischen mehrere Erreger nachweisen, die ursprünglich nur in Afrika oder Asien verbreitet waren.

Bereits Anfang 2011 startete ein interdisziplinäres Forschungsprojekt mit dem Ziel, eine flächendeckende Mückenkarte für Deutschland zu erstellen. „Innerhalb weniger Jahre wollen wir einen Überblick über die Artenvielfalt der Mücken gewinnen und zugleich erfassen, welche Viren sie möglicherweise in sich tragen“, erklärte Professor Dr. Sven Klimpel vom Bernhard-Nocht-Institut. Diese international anerkannte Einrichtung bringt ihre jahrzehntelange Expertise in der Virendiagnostik in das Projekt ein und verfügt über Hochsicherheitslabore der Stufe 4, die notwendig sind, um neu auftretende Viren mit bislang unbekanntem Gefährdungspotential sicher zu untersuchen.

Durch die neu eingeschleppten Arten aus Asien konnten Entomologen mittlerweile insgesamt 48 verschiedene Stechmückenarten in Deutschland nachweisen. Besonders auffällig ist die Ausbreitung der Malaria-Mücke Anopheles plumbeus, die sich seit einigen Jahren im Südwesten Deutschlands etabliert. Auch die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die als Überträger gefährlicher Krankheiten wie Dengue- und Chikungunya-Fieber gilt, sorgt zunehmend für Besorgnis: 2018 wurde sie erstmals am Rhein entdeckt. Laut dem Robert Koch-Institut gab es bis 2023 bereits über 100 bestätigte Funde der Tigermücke in verschiedenen Regionen Deutschlands, darunter Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Text 4

Forscher gewannen im Bronx Zoo in New York neue Erkenntnisse über das Verhalten von Elefanten: Sie sind in der Lage, sich selbst im Spiegel zu erkennen. Bei einem Experiment mit drei asiatischen Elefanten zeigte zumindest ein Tier deutliches Anzeichen von Selbstbewusstsein, indem es versuchte, einen auf seinem Kopf angebrachten Fleck, der nur im Spiegel sichtbar war, zu entfernen. Ein solches Verhalten war bisher vor allem von Schimpansen, Delfinen und Elstern bekannt, wobei auch dort nicht jedes Versuchstier eine Reaktion auf das Spiegelbild zeigte. Frühere Tests mit Elefanten hatten keine klaren Ergebnisse geliefert, was Experten vor allem auf den unzureichenden Versuchsaufbau zurückführten. „Das größte Problem war, einen Spiegel zu konstruieren, der stabil genug für Elefanten ist“, erklärte einer der Wissenschaftler. Bei früheren Experimenten seien Spiegel zu klein oder zu schwer zugänglich gewesen, sodass die Tiere eher versuchten, dagegenzustoßen oder dahinterzuschauen, anstatt ihr Spiegelbild zu untersuchen.

Im aktuellen Versuch installierte das Forscherteam daher einen besonders robusten Spiegel mit einer Größe von 2,5 mal 2,5 Metern direkt im Elefantengehege. So hatten die Tiere ausreichend Gelegenheit, das Objekt intensiv zu erkunden. Vergleichbar mit ähnlichen Experimenten bei Affen und Delfinen durchliefen die Elefanten drei Phasen: Zunächst untersuchten sie den Spiegel selbst, dann testeten sie mit gezielten Bewegungen, ob das Spiegelbild synchron reagierte, und schließlich zeigte eines der Tiere eindeutige Selbstwahrnehmung, indem es den künstlich aufgetragenen Fleck mit dem Rüssel untersuchte. Nach einiger Zeit verlor es das Interesse daran – ein weiteres Anzeichen für echtes Verständnis.

Die Ergebnisse gelten unter Fachleuten als ein klarer Beweis für die Fähigkeit von Elefanten zur Selbsterkenntnis. Damit reihen sie sich in die kleine Gruppe hochentwickelter Tiere ein, die diesen Test bestehen. Laut einer 2020 veröffentlichten Studie im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences sind weltweit nur rund ein Dutzend Tierarten bekannt, die den sogenannten Spiegeltest erfolgreich absolviert haben – darunter neben Menschenaffen auch Delfine, Krähenvögel und eben Elefanten. Künftig wollen die Wissenschaftler die kognitiven Fähigkeiten von Elefanten auch in freier Wildbahn weiter untersuchen, um besser zu verstehen, wie komplex ihr Bewusstsein tatsächlich ist.

Text 5

Heute und morgen findet in Göteborg die Internationale Nordseekonferenz (INK) statt, an der Vertreter der acht Anrainerstaaten der Nordsee teilnehmen. Der World Wide Fund for Nature (WWF) äußerte dabei deutliche Kritik, da es sich um die letzte Konferenz dieser Art handelt. Künftig sollen Fragen rund um die Nordsee ausschließlich auf europäischer Ebene behandelt werden. Der WWF befürchtet jedoch, dass ökologische Anliegen dabei in den Hintergrund geraten könnten. „Die Aussichten für die Nordsee sind düster“, warnte WWF-Meeresexperte Stefan Lutter.

Nach Einschätzung des WWF wurden auf früheren INK-Treffen wichtige Grundlagenbeschlüsse für den Schutz der Nordsee gefasst. Problematisch sei allerdings die mangelnde Umsetzung dieser Vereinbarungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten. So wurde bereits 2001 ein Abkommen über das Verbot giftiger Schiffsanstriche beschlossen, ebenso wie ein Vertrag zur Eindämmung der Verschmutzung durch Ballastwasser von Schiffen. Beide Regelungen seien bis heute nur teilweise umgesetzt worden. Der WWF warnt nun, dass diese zentralen Initiativen ohne die INK in Vergessenheit geraten könnten.

Zum Abschluss des Treffens erneuerte der WWF seine Kritik an der europäischen Fischereipolitik. Zwar stehe das Ziel einer nachhaltigen Nutzung der Fischbestände offiziell auf der Agenda, in der Praxis werde die Nordsee jedoch weiterhin massiv überfischt. Besonders dramatisch sei die Lage beim Kabeljau: Nach Angaben des International Council for the Exploration of the Sea (ICES) sind die Bestände in der Nordsee seit den 1970er-Jahren um mehr als 90 % eingebrochen und befinden sich nach wie vor nahe dem Zusammenbruch. Ein kompletter Fangstopp sei dennoch politisch nicht vorgesehen.

Ein weiteres ungelöstes Problem ist der Beifang. WWF-Experten verdeutlichten dies mit Zahlen: Für jedes Kilogramm Plattfisch, das auf dem Teller landet, werden über fünf Kilogramm anderer Meerestiere ungewollt mitgefangen und häufig wieder tot ins Meer zurückgeworfen. Laut EU-Kommission betrifft Beifang jährlich Millionen Tonnen Fisch und Meerestiere, darunter auch bedrohte Arten wie Schweinswale oder Seevögel.

Freie Plätze im Tanzkurs Vorbereitung mit B2. Telc Deutsche

Freie Plätze im Tanzkurs Vorbereitung mit B2. Telc Deutsche

 Jugendliche sind zunehmend in bildungsnahen Freizeitaktivitäten wie Musik, Sport und ehrenamtlichem Engagement engagiert. Entspannungskurse sollen nun auch in Schulen eingeführt werden, um Stress abzubauen. Während viele Jugendliche von ihren Eltern zu zahlreichen Aktivitäten gedrängt werden, leiden einige unter dem Freizeitstress.

Lesen Sie zuerst die zehn Überschriften. Lesen Sie dann die fünf Texte und entscheiden Sie, welche Überschrift (a–j) am besten zu welchem Text (1–5) passt.

a) Verfügbare Plätze im Tanzkurs. 

b) Neue Lernmethoden vorgestellt. 

c) Stolze Eltern: aus einem Schüler wird ein Superstar. 

d) Geändertes Freizeitverhalten von Jugendlichen. 

e) Schneller, höher, weiter: die Jagd nach dem Nervenkitzel.

 f) Unterstützung für überforderte Schüler. 

g) Keine Gelegenheit für Langeweile. 

h) Neue Sportarten.

 i) Tanzlehrer verlangen, moderne Tänze stärker bekannt zu machen. 

j) Umfrage bestätigt alte Vorurteile.

Text 1

Der Ausdruck Extremsport wird häufig sehr subjektiv gebraucht. Viele an sich bekannte Sportarten können als Extremsport gelten, sobald sie unter lebensgefährlichen Bedingungen ausgeübt werden – etwa Skifahren abseits gesicherter Pisten oder Klettern ohne Seil und Sicherung. Den meisten Extremsportlern geht es dabei jedoch nicht primär um das größte Risiko, sondern darum, die eigenen körperlichen und psychischen Grenzen auszuloten.

Extremsport ist nahezu überall möglich: in der Wüste, unter Wasser, an Felsklippen, auf hohen Bergen, in der Luft oder sogar auf urbanen Dächern. Es existieren zahlreiche Wettkämpfe in unterschiedlichen Disziplinen, darunter Bungee-Jumping – ursprünglich ein Initiationsritual junger Männer auf den Inseln der Südsee. Eine weitere bekannte Form ist das Freeclimbing, bei dem Sportler ohne technische Hilfsmittel an mehrere hundert Meter hohen Felswänden klettern. Kein Berg ist zu hoch, keine Wand zu steil und keine Schlucht zu tief, wenn es darum geht, den maximalen Adrenalinkick zu erleben. Manche Athleten suchen bewusst immer extremere Herausforderungen.

Doch die Schattenseite ist groß: Nicht wenige entwickeln eine regelrechte „Sportsucht“, die als pathologisch gilt. Gefahren werden häufig verdrängt, was immer wieder zu schweren Unfällen führt. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin kommt es allein im Alpenraum jedes Jahr zu rund 6.000 Bergunfällen, von denen etwa 250 tödlich enden. Bei Sportarten wie Wingsuit-Fliegen liegt die Sterberate Schätzungen zufolge bei 1 von 500 Sprüngen, was sie zu den gefährlichsten Extremsportarten weltweit macht. Auch im Bungee-Jumping oder beim Tauchen treten trotz hoher Sicherheitsstandards regelmäßig Unfälle auf.


Text 2

Musik, Sport oder freiwilliges Engagement – die Beteiligung von Jugendlichen an diesen sogenannten bildungsnahen Freizeitaktivitäten ist in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Dies belegt eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Während vor einem Jahrzehnt lediglich 48 Prozent der 16- bis 17-Jährigen an solchen Angeboten teilnahmen, lag der Anteil im vergangenen Jahr bereits bei 62 Prozent.

Besonders stark zeigt sich dieser Trend im Bereich Musik: Vor zehn Jahren musizierten nur rund 10 Prozent der Jugendlichen dieser Altersgruppe, inzwischen sind es 18 Prozent. Noch deutlicher ist die Entwicklung beim ehrenamtlichen Engagement: Hier hat sich der Anteil von 11 auf 22 Prozent verdoppelt. Auch Sport, Tanz und Theater erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Nach Daten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung treiben heute rund 73 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren regelmäßig Sport – 2008 waren es noch 65 Prozent.

Gleichzeitig beobachten die Forscher einen klaren Rückgang informeller Freizeitformen. So sank der Anteil derjenigen, die täglich mit der besten Freundin oder dem besten Freund Zeit verbringen, im Untersuchungszeitraum von 40 auf 25 Prozent. Auffällig ist zudem die soziale Schere: Jugendliche aus einkommensschwachen Haushalten nutzen bildungsorientierte Freizeitangebote deutlich seltener als Gleichaltrige aus wohlhabenderen Familien. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung nehmen Jugendliche aus oberen Einkommensgruppen fast doppelt so häufig an Musik- oder Sportvereinen teil wie jene aus unteren sozialen Schichten.


Text 3

In vielen Unternehmen gehören Entspannungskurse bereits zum Alltag – nun sollen ähnliche Angebote auch in Schulen etabliert werden. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern zwischen den Unterrichtsstunden durch gezielte Entspannungstechniken zu helfen, Stress abzubauen. Ein erster Modellversuch an einer Hamburger Gesamtschule verlief erfolgreich und fand bei den Teilnehmenden großen Zuspruch. Anfangs noch zurückhaltend, äußerten die Jugendlichen nach den Übungen deutlich positive Erfahrungen. „Nach der Entspannungseinheit konnte ich mich im folgenden Unterricht viel besser konzentrieren und habe mehr verstanden“, berichtet Jens aus der 12. Klasse.

Mit dem Projekt reagierte die Schule auf zunehmende Beschwerden von Schülern und Lehrkräften. Nach der Neugestaltung der Stundenpläne hatten viele Jugendliche verstärkt Stress und ein Gefühl von zu wenigen Pausen angegeben. Pädagogen und Neurowissenschaftler betonen, dass gerade Erholungsphasen entscheidend sind: Nur wer ausreichend Pausen macht, kann Lerninhalte auch im Langzeitgedächtnis speichern.

Die positiven Ergebnisse aus Hamburg haben inzwischen auch das Interesse anderer Schulen geweckt. Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2022 fühlen sich 72 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Deutschland regelmäßig gestresst, wobei Leistungsdruck und zu wenig Freizeit die Hauptursachen darstellen. Experten weisen darauf hin, dass kurze Entspannungsübungen wie Atemtechniken oder Meditation nachweislich die Konzentrationsfähigkeit steigern und das Stressempfinden senken können. Angesichts dieser Erkenntnisse planen nun weitere Schulen, ähnliche Programme in ihren Unterrichtsalltag zu integrieren.


Text 4

Lena Wagner ist vom modernen Tanz restlos begeistert. Mit elf Jahren begann sie zu tanzen, damals noch im Leistungsbereich. Seit einigen Jahren bringt sie ihr Können beim SV Lichtenfels ein. Ihre eigene Freude am Tanzen möchte sie an andere weitergeben und noch mehr Jugendliche dafür gewinnen, diesen besonderen Sport auszuprobieren.

Gerade jetzt ist die Gelegenheit besonders günstig: Für ihre Hip-Hop-Gruppe sucht Frau Wagner neue begeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, da im letzten Sommer mehrere Jugendliche nach dem Schulabschluss die Gruppe verlassen haben.

Das Training ist abwechslungsreich und kombiniert kreative Arbeit mit technischen Grundlagen. Im Zentrum stehen kleine Choreografien, die an bekannte Musikvideos angelehnt sind. Nebenbei werden aber auch Technikübungen und einfache akrobatische Elemente eingeübt. Aus diesen Bausteinen entstehen Auftritte, die die Gruppe regelmäßig öffentlich präsentiert.

Ein solches Angebot macht nicht nur Spaß, sondern hat auch nachweislich gesundheitliche Vorteile. Laut einer Befragung der Deutschen Sportjugend aus dem Jahr 2022 tanzen inzwischen rund 24 % der Jugendlichen in Deutschland aktiv in Vereinen oder Tanzschulen. Tanzen fördert Konzentration, Ausdauer und Teamgeist – Eigenschaften, die auch im Alltag wichtig sind.

Beim SV Lichtenfels können ab sofort alle Jugendlichen ab 13 Jahren Teil dieser Hip-Hop-Gruppe werden – eine perfekte Chance, Kreativität, Bewegung und Gemeinschaft zu verbinden.


Text 5

Montags Padel-Training, dienstags Unterricht am Synthesizer, mittwochs Hip-Hop-Tanz in der Gruppe und donnerstags das Treffen der Schach-AG. Was sich anhört wie der Terminplan eines Erwachsenen, ist heute für viele Kinder und Jugendliche ganz normaler Wochenalltag. Neben sechs bis sieben Schulstunden, Hausaufgaben und den üblichen Verpflichtungen wie Essen und Lernen haben sie oft noch zusätzliche Freizeittermine.

Dabei wählen viele Kinder und Jugendliche diese Aktivitäten gar nicht selbst, sondern die Eltern geben den Takt vor. Manche hoffen, dass ihr Kind einmal ein erfolgreicher Sportler wird, andere träumen von einer Musikerkarriere. Meist steckt aber die Überzeugung dahinter, dass der Nachwuchs möglichst ständig beschäftigt sein sollte. Eltern befürchten, dass sonst Langeweile entsteht – und wer weiß, womit die Kinder dann ihre freie Zeit verbringen würden.

Viele Erwachsene haben Angst, dass ihre Kinder „auf dumme Gedanken“ kommen oder stundenlang vor Fernseher, Smartphone oder Computer sitzen, wenn sie nicht von Termin zu Termin eilen.

Doch die Frage bleibt: Tut dieser Freizeitstress wirklich allen Beteiligten gut? Studien zeigen, dass rund 65 % der Jugendlichen in Deutschland laut einer Untersuchung der DAK von 2022 regelmäßig unter Stresssymptomen wie Müdigkeit oder Nervosität leiden. Besonders gefährdet sind Kinder zwischen 12 und 16 Jahren, die oft mehrere feste Aktivitäten neben der Schule wahrnehmen.

Limonade und Mineralwasser. Deutsch B2 Testprüfung. TELC.

 Limonade und Mineralwasser. Deutsch B2 Testprüfung. TELC. 

Fünf Texte über Wasser werden mit zehn Überschriften zugeordnet. Die Texte behandeln Themen wie Sauerstoff-Mineralwasser, die Entstehung von Mineralwasser, Klimawandel, Sodamaschinen und die gesundheitlichen Vorteile von Wasser. Die Aufgabe besteht darin, die passende Überschrift zu jedem Text zu finden. (Vorbereitung mit BO)

Lesen Sie zuerst die zehn Überschriften. Lesen Sie dann die fünf Texte und entscheiden Sie, welche Überschrift (a–j) am besten zu welchem Text (1–5) passt.

a/ Limonade direkt aus dem Hahn.

b/ Limonade ist heute trendiger als Wasser.

c/ Sommer heißt künftig nicht automatisch Sonnenschein.

d/ Sauerstoff im Wasser soll müde Menschen beleben.

e/ Viel Wasser trinken - für mehr Wohlbefinden.

f/ Frische Luft stärkt Körper und Geist.

g/ Sonnenstrahlen bringen Landwirte in  Schwierigkeiten.

h/ Selbstgemachter Sprudel - Schluss mit schweren Kisten.

i/ Nitrat im Regenwasser gefährdet langfristig die Gesundheit.

j/ Vom Regenfall bis zu Miniralwasser.

Text 1

Wollen Sie Vitalität, Jugendlichkeit und Gesundheit aus einer Flasche? Dann achten Sie beim nächsten Einkauf im Supermarkt auf sogenanntes Sauerstoff-Mineralwasser. Für ungefähr den doppelten Preis im Vergleich zu normalem Mineralwasser erhalten Sie ein Getränk, dessen Hersteller versprechen, es könne Ihnen – bei regelmäßiger Einnahme – besondere Kräfte verleihen.

Eine Befragung unter Schülerinnen und Schülern in Bayern ergab, dass die meisten keinen Unterschied im Geschmack zu herkömmlichem Mineralwasser bemerkten. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam bezeichnet es als unsinnig, Wasser mit zusätzlichem Sauerstoff anzureichern. Der menschliche Organismus nimmt Sauerstoff überwiegend über die Atemluft auf; nur ein sehr geringer Anteil – maximal 0,3 Prozent – gelangt über Magen und Darm in den Körper. Möchten Sie immer noch mehr Kraft, Jugend und Gesundheit? Gehen Sie lieber häufiger an die frische Luft. Und die kostet nichts.


Text 2

Regnet es, so versickert das Wasser allmählich im Boden, der es wie ein Schwamm aufnimmt. Es dringt immer tiefer in die Erdschichten ein, wo es gefiltert und gereinigt wird. So entsteht aus Regen Trinkwasser. In einer tieferen Sandschicht vermischt es sich mit älterem Wasser. Dort kann es über Jahrtausende gespeichert werden. Mit Hilfe tiefer Brunnen gelangt dieses Wasser schließlich als Mineralwasser an die Oberfläche.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 10,6 Milliarden Liter Mineralwasser verkauft und konsumiert. Seit Ewigkeiten schützen Gesteinsschichten wie Ton oder Kalk diese Wasservorräte vor Verunreinigung. In den letzten Jahrzehnten jedoch hat vermehrte landwirtschaftliche Düngung dazu geführt, dass Nitrat ins Grundwasser gelangt. Dies stellt auf lange Sicht eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar


Text 3

Nach den extremen Wetterereignissen der letzten Sommer berichten Meteorologen europaweit, dass sich das Klima stark verändert. Beständige Sommermonate mit ununterbrochenem Sonnenschein von Juni bis August wird es künftig selbst am Mittelmeer kaum noch geben. Die durch Treibhausgase erwärmte Luft führt zu stärkerer Verdunstung aus den Ozeanen; die zusätzliche Feuchtigkeit fällt dann in Form heftiger Unwetter mit Blitz, Donner und Hagel zurück auf die Erde. In kurzer Zeit fallen solche Wassermengen, dass der Boden sie nicht aufnehmen kann. Überschwemmungen sind die Folge.

Kurze Phasen mit Sonne wechseln sich mit Unwetterfronten ab und verderben nicht nur Urlaubern den Strandaufenthalt. Auch in der Landwirtschaft richten diese Wetterextreme Schäden an: Hagelschauer zerstören große Teile der Ernte und führen bei manchen Betrieben zu erheblichen finanziellen Verlusten.


Text 4

Warum noch Kisten mit Mineralwasser nach Hause tragen, wenn man sich sein sprudelndes Wasser einfach selbst herstellen kann? Das Leitungswasser in deutschen Haushalten hat meist eine sehr gute Qualität. Nur das prickelnde Gefühl auf der Zunge, das durch Kohlensäure entsteht, fehlt. Eine günstige Lösung bietet hier eine Sodamaschine.

Mit diesem Gerät lässt sich Leitungswasser aufsprudeln, und auch Limonaden können nach persönlichem Geschmack zubereitet werden – mal stärker sprudelnd, mal weniger, süßer oder fruchtiger. Das Wasser kommt direkt aus der Leitung, das Schleppen und Lagern schwerer Kästen entfällt für diejenigen, die ihr Getränk selbst produzieren.


Text 5

„Wasser ist zum Waschen da“ – so hieß es in einem bekannten Schlager der 1950er-Jahre, in dem außerdem erwähnt wurde, dass man es auch zum Zähneputzen verwenden könne. Damals galt es vielen Menschen als unpassend, Wasser zu trinken; süße Limonaden waren angesagter.

Heute raten Ärzte jedoch ausdrücklich dazu, regelmäßig Wasser zu trinken: „Trinken Sie täglich mindestens 2,5 Liter“, ist in zahlreichen Gesundheitsratgebern zu lesen. Mineralwasser liefert wichtige Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und Spurenelemente. Es gleicht den Verlust an Flüssigkeit und Mineralien beim Schwitzen aus, unterstützt die Verdauung und kommt ohne Zucker und Kalorien aus. Ob aus heimischen Quellen oder exotisch aus Wasserbars mit Angeboten aus Hawaii oder der Antarktis – Wasser ist wieder ein beliebtes Getränk.

Allergiker und Niesen. Deutsch B2 Prüfung Vorbereitung TELC. Lesen Teile.

Allergiker und Niesen. Deutsch B2 Prüfung Vorbereitung TELC. Lesen Teile. 

Der Text handelt von der Nase und ihren Funktionen. Er beschreibt die Bedeutung der Nase für das Aussehen, den Geruchssinn und die Gesundheit. Außerdem wird das Niesen als Schutzmechanismus des Körpers erklärt.

(Vorbereitung mit BO)

Lesen Sie zuerst die zehn Überschriften. Lesen Sie dann die fünf Texte und entscheiden Sie, welche Überschrift (a–j) am besten zu welchem Text (1–5) passt.

a) Doping bei Drogenspürhunden.

b) Mit dem Geruchssinn die Welt neu entdecken.

c) Elefanten mit dem empfindlichsten Riechorgan.

d) Zuerst schmecken, dann riechen.

e) Mit Hunden als Spürnasen den Drogenschmuggel bekämpfen.

f) Nasenkorrektur für alle. 

g) Neue Behandlung für Allergikernasen.

h) Schönheitsoperationen nicht um jeden möglichen Preis.

i) Selbstreinigung für unsere Nase.

j) Riechorgane bei Tieren - variabel in ihrer Ausprägung.

Text 1

Wie möchten wir von anderen wahrgenommen werden? Natürlich immer von unserer besten Seite. Doch es gibt Menschen, die glauben, keine „Schokoladenseite“ zu besitzen. Eine Frau mit einer stark gekrümmten Nase etwa fühlt sich weder im Profil noch von vorne wohl. „Die Nase“, erklärt der plastische Chirurg Professor Henrik Menke, „befindet sich im Zentrum des Gesichts – so simpel das klingt. Deutliche Abweichungen von der Norm können das gesamte Erscheinungsbild eines Menschen beeinträchtigen.“

Menke, der an der Wiesbadener Wilhelm-Fresenius-Klinik die Abteilung für ästhetische Chirurgie leitet, betont jedoch, dass nicht jede theoretisch mögliche Korrektur auch durchgeführt werden sollte. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren lehnt er Nasenoperationen grundsätzlich ab – es sei denn, es handelt sich um deutliche Entstellungen nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit. „Wenn ich nachvollziehen kann, welche psychischen Belastungen junge Menschen mit ihrer Nase haben, bespreche ich im Detail, welche Möglichkeiten realistisch sind“, erklärt Menke. „Doch auf Videoanimationen verzichte ich bewusst. Damit könnte ich zwar jedes gewünschte Idealbild simulieren, doch die Realität sieht oft anders aus. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber mit Recht die Werbung mit Vorher-Nachher-Bildern verboten.“

Dass das Thema gesellschaftlich hoch relevant ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Laut der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) gehörten Nasenkorrekturen im Jahr 2022 zu den fünf am häufigsten durchgeführten Schönheitsoperationen in Deutschland. Insgesamt wurden rund 70.000 Eingriffe im Bereich der Nase vorgenommen. Besonders auffällig: Etwa 25 % der Patienten sind jünger als 25 Jahre, wobei ein großer Teil aus rein ästhetischen Gründen operiert werden möchte. Fachleute warnen jedoch, dass zu frühe Eingriffe Risiken bergen – sowohl körperlich als auch psychisch.

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Der Geruchssinn gilt als unser ursprünglichster Sinn – darauf weist Matthias Schenk vom Schloss Freudenberg hin. Wer seine Wahrnehmung in diesem Bereich schärfen möchte, ist im dortigen „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne“ genau richtig: An insgesamt sieben speziellen Stationen dreht sich alles um das Riechen.

Ob groß oder klein, breit oder schmal – auch wenn viele Menschen die Form ihrer Nase schon einmal verflucht haben, ohne sie wären wir verloren. „Es eröffnet sich eine ganz neue Welt, ja fast ein eigener Kosmos, wenn man beginnt, sich bewusst mit der Nase auseinanderzusetzen“, erklärt Schenk. Sein Erfahrungsfeld wird täglich von etwa 400 Besucherinnen und Besuchern genutzt. Dort laden rund 140 Stationen im historischen Gebäude und im weitläufigen Park dazu ein, Sehen, Hören, Schmecken, Fühlen und Riechen ganz bewusst zu erleben. Die Nase nimmt dabei eine besondere Rolle ein, denn – so Schenk – der Geruchssinn sei aus neurobiologischer Sicht der älteste Sinn des Menschen. „Er ist ein Ur-Sinn, der uns unmittelbar mit allen Tieren verbindet.“

Dass dies stimmt, belegen auch wissenschaftliche Erkenntnisse: Neugeborene orientieren sich bereits wenige Stunden nach der Geburt am Geruch der Mutter – lange bevor Sehen oder Hören eine Rolle spielen. Laut einer Studie der Universität Bochum aus dem Jahr 2020 können 97 % aller Säuglinge innerhalb der ersten drei Lebenstage den individuellen Körpergeruch ihrer Mutter von anderen unterscheiden. Auch Erwachsene unterschätzen oft die Bedeutung des Geruchs: Forschungen zeigen, dass Geruchserinnerungen im Schnitt drei- bis viermal länger im Gedächtnis bleiben als visuelle Eindrücke.

Text 3

Mit illegalen Substanzen kennt Rex, ein sechs Jahre alter Deutscher Schäferhund, sich bestens aus. Im Dienst für den Zoll spürt er Kokain, Haschisch oder Heroin auf. Bis zu vier volle Kofferladungen – häufig mit Ursprung in Südamerika, Afrika oder Südostasien – untersucht der Vierbeiner täglich. Dabei atmet er rund 300 Mal pro Minute ein und aus – ein regelrechter „Geruchsmarathon“.

Hunde besitzen ein Geruchsvermögen, das dem des Menschen um ein Vielfaches überlegen ist: Während wir etwa fünf Millionen Riechzellen haben, verfügt ein Schäferhund über rund 200 Millionen. Generell gilt: Je länger die Schnauze, desto feiner die Nase. Spürhunde wie Rex können sogar „stereo“ riechen – ihre Nase nimmt Gerüche von rechts und links getrennt wahr und ermöglicht so eine exakte Richtungsbestimmung.

Doch selbst die empfindlichste Nase nützt wenig ohne gezieltes Training. Drogenspürhunde beginnen ihre Ausbildung bereits im jungen Alter. Zunächst lernen sie, verschiedene Drogenarten – sogenannte „weiche“ und „harte“ Substanzen – in einer Mischung zu erkennen. Später sind sie in der Lage, beim Durchsuchen von Gepäckstücken einzelne Drogenarten zuverlässig auseinanderzuhalten. Im Schnitt bleiben Zollhunde bis zu zehn Jahre im aktiven Einsatz, bevor sie in den wohlverdienten Ruhestand gehen.

Dass diese Arbeit unverzichtbar ist, zeigt die Statistik: Laut dem deutschen Zoll wurden allein im Jahr 2022 über 21 Tonnen Kokain, 13 Tonnen Marihuana und 2,6 Tonnen Heroin sichergestellt – ein Großteil dank des Einsatzes speziell ausgebildeter Spürhunde. In der EU sind nach Angaben von Europol derzeit mehr als 1.200 Drogenspürhunde im Einsatz, die jedes Jahr Drogen im Milliardenwert aufspüren.

Text 4

Beim Menschen gilt das Sehen als wichtigster Sinn, gefolgt vom Hören und an dritter Stelle dem Geruchssinn. Bei vielen Tieren ist die Gewichtung jedoch ganz anders, etwa bei Hunden. „Ein Hund, der nicht sehen kann, ist ungefähr so gestellt wie ein Mensch ohne Geruch – unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich“, erklärt der Ingelheimer Tierarzt Ralf Spangenberg. Zum Vergleich: Während die Riechschleimhaut beim Menschen etwa fünf Quadratzentimeter groß ist, verfügt ein Hund über rund 85 Quadratzentimeter und damit mehr als das 15-Fache. „Hunde sind wahre Weltmeister im Riechen“, fasst der Experte zusammen. Studien zeigen, dass Hunde Gerüche bis zu 100.000-mal feiner unterscheiden können als Menschen – weshalb sie nicht nur Drogen, sondern auch Krebs oder Diabetes riechen können.

Nicht die empfindlichste, dafür aber die längste Nase der Tierwelt besitzt der Elefant. „Beim Elefanten ist das Riechen eher eine Nebenfunktion – der Rüssel ist ein vielseitiges Werkzeug“, erklärt Spangenberg. Mit ihm können Elefanten Baumstämme greifen und transportieren, ihn als Dusche verwenden oder als präzises Greif- und Esswerkzeug einsetzen. Forschungen haben ergeben, dass Elefanten über mehr als 2.000 verschiedene Geruchsrezeptoren verfügen – deutlich mehr als Hunde.

Auch bei Spinnen ist der Geruchssinn faszinierend: Ihre Riechorgane befinden sich in den Beinen. „So kommen sie direkt an ihre Umgebung heran“, erklärt der Tierarzt.

Bei Schlangen wiederum läuft die Geruchswahrnehmung über die gespaltene Zunge. Sie nehmen Partikel aus der Luft auf und leiten sie an das Jacobson-Organ im Gaumen weiter. Durch die gespaltene Form können Schlangen präzise unterscheiden, ob ein Geruch von links oder rechts kommt – eine entscheidende Hilfe bei der Jagd.

Und sogar scheinbar nasenlose Tiere wie Fische sind mit einem erstaunlichen Geruchssinn ausgestattet. Haie beispielsweise können Blut in Konzentrationen von 1:10 Millionen wahrnehmen und über mehrere Kilometer Entfernung aufspüren. Damit zählen sie zu den präzisesten „Geruchsjägern“ der Meere.

Text 5

Niesen ist eine automatische Reaktion unseres Körpers auf äußere Einflüsse. Mal sind es Staubpartikel, die die Nasenschleimhaut reizen, mal chemische Substanzen oder andere Fremdkörper in der Luft, die unser Riechorgan belasten. Sogar grelles Licht kann über die Verschaltung der Gesichtsnerven einen Niesreiz auslösen. Der Körper reagiert mit einem Reflex, dessen Ziel es ist, die Atemwege von störenden Partikeln zu befreien.

Beim Niesen kommt es zu einem explosionsartigen Ausstoß von Luft durch die Nase. Besonders Allergiker kennen den Effekt, oft in Form von Niesattacken, die so lange anhalten, bis der letzte Reiz aus den Nasengängen entfernt ist. Zunächst atmet der Körper tief ein, bis die Lungen vollständig gefüllt sind. Danach wird der Atem für einen kurzen Moment angehalten. Schließlich wird die eingeatmete Luft innerhalb von Sekundenbruchteilen mit enormer Kraft ausgestoßen.

Die Geschwindigkeit dieses Luftstroms kann beeindruckende 150 bis 160 Kilometer pro Stunde erreichen – manche Studien sprechen sogar von Spitzenwerten bis zu 900 km/h, was allerdings stark von der Körperkraft und Atemtechnik abhängt. Lautlos bleibt dieser Prozess fast nie. Das typische „Ha-ha“ vor dem befreienden „Tschi“ entsteht, weil beim Einatmen die Stimmbänder geöffnet werden. Beim eigentlichen Ausstoß der Luft wird die Zunge gegen die Vorderzähne gepresst, sodass möglichst viel Luft durch die Nase und nicht durch den Mund entweicht – was den charakteristischen Nieslaut erzeugt.

Interessant ist, dass wir Menschen im Schnitt 2- bis 4-mal pro Tag niesen, während Allergiker in der Pollensaison bis zu 30 Nieser täglich haben können. Laut Robert Koch-Institut leiden rund 20 % der Deutschen an Heuschnupfen, wodurch Niesen im Frühling und Sommer für viele zum ständigen Begleiter wird.